Absolute Idee |
Die Vernunft des absoluten Geistes (das Göttliche). |
Begreifendes Denken |
Gegenstand der Logik: Die Wissenschaft als solche. Resultat des begreifenden Denkens ist der Begriff. |
Begriff |
"Die Wahrheit der Substanz ist der Begriff" (VIII 303), das heisst, er ist die Wahrheit des Seins und des Wesens, die absolute Einheit des Seins und der Reflexion. Etymologisch bedeutete die Vorsilbe "be-" zuerst "rundherum", später auch "vollständig". Begriffliches Denken nähert sich seinem Gegenstand von allen Seiten her an. |
Bewusstsein |
Das Bewusstsein ist subjektive Reflexion. |
Dasein |
"Erst das Dasein enthält den realen Unterschied von Sein und Nichts, nämlich ein Etwas und ein Anderes." (V 90) |
Dialektik |
Platon versteht unter Dialektik den (wissenschaftlichen) Diskurs gegenteiliger Meinungen. Bei Aristoteles umfasst Dialektik ursprünglich die gesamte Logik. Kant versteht unter dem Begriff "Logik des Scheins", welche die aus der Natur der Vernunft hervorgehenden Widersprüche aufdeckt. Fichte (und später auch Marx) reduziert die Dialektik auf den Dreischritt These – Antithese – Synthese. Wir verwenden den Begriff im Sinne Hegels, der die Dialektik als logische Methode zur Vermittlung verschiedener Aspekte entwickelt hat. |
Erkenntnistheorie |
Die Erkenntnistheorie, das heisst die Lehre der Beziehungsphänomene zwischen dem erkennenden Subjekt und dem Objekt (d.h. die Lehre der Wahrnehmung), füllt die formale Logik mit Inhalt und wird daher auch "reale Logik" genannt. |
Ethik |
Ethik ist die philosophische Erklärung und Ergründung der Sittlichkeit, d.h. der auf freier Entscheidung beruhenden Haltung und Handlungsweise eines Menschen. |
Existenz |
Das Wesen an-und-für-sich, "das Sein, das aus dem Wesen hervorgeht" (VI 125). |
Geist |
Das an-und-für sich reflektierte absolute – also überindividuelle, dem Stand der Wissenschaft entsprechende – Bewusstsein. |
Idee |
Das absolute Wahre, die Vermittlung des Denkens als Subjekt und Objekt. |
Identität |
Die einfache Beziehung des Wesens auf sich selbst, d.h. als Wesen, das sich gegen das Anderssein abgrenzt. |
Kommunikation |
Kommunikation meint den Austausch von Informationen und Gefühlen unter Verwendung von Worten sowie von bewussten und unbewussten Signalen. Verständnis ist dabei immer abhängig von der individuellen Geschichte. Elemente der Kommunikation sind das Wahrnehmen, das Denken und das Handeln. |
Leben |
Das Leben als Idee erfasst die Grundprinzipien des irdischen Daseins. |
Logik |
Wissenschaft des Denkens: Die Logik befasst sich mit den allgemeinen, abstrakten Regeln des Erkennens, des Verstehens und des Denkens. |
Mass |
Die Vermittlung von Qualität und Quantität. Es ist die „konkrete Wahrheit des Seins“. |
Metaphysik |
Metaphysik bezeichnet das, was "jenseits des Physischen" liegt. Gemeint ist damit das Wesen des Seins. Metaphysik ist eine philosophische Grundwissenschaft. |
Moralität |
Auf der moralischen Ebene bestehen Gebote und Verbote. "Die moralische Weltanschauung ist daher ein ganzes Nest gedankenloser Widersprüche." (III 453) |
Objekt |
Unmittelbares Sein, das Absolute, d.h. das von jeder Erkenntnis losgelöste. "Gott ist ... das Objekt schlechthin, welchem gegenüber unser besonderes (subjektives) Meinen und Wollen keine Wahrheit und keine Gültigkeit hat." (VIII 351) |
Religion |
Die Religion ist das Bewusstsein des absoluten Wesens, das Selbstbewusstsein des Geistes. |
Schein |
Die unmittelbare Wirkung eines Wesens nach aussen. |
Selbstbewusstsein |
Der reine Begriff seiner selbst, d.h. das Bewusstsein seiner eigenen Existenz. |
Sittlichkeit |
Das von Werten (statt von unmittelbarem Eigennutz) bestimmte freie Handeln als Teil eines Kollektivs. "Das sittliche Bewusstsein vereinigt Selbstbewusstsein und Sein in der Einheit." (III 311) "Sittliche Substanz ist Familie, bürgerliche Gesellschaft und Staat." (VII 87) |
Subjekt |
Die Vollendung der Substanz als Begriff (VI 249), das heisst die Substanz an-und-für-sich. Das Subjekt ist das erkennende Wesen. |
Substanz |
Die Substanz ist das Wirkliche, nämlich die absolute Einheit der unmittelbaren und der reflektierten Existenz. (VI 166) Substanz ist also das Sein an-und-für-sich: Das selbstbewusste Sein. |
Syllogismus |
Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere. Die Wissenschaft der Syllogismen, die Syllogistik, geht auf die Antike, vor allem auf Aristoteles zurück. |
Urteil |
Einordnung des Einzelnen in die Allgemeinheit. |
Vernunft |
Vernunft ist das in sich reflektierte wissenschaftlich-systematische Denken im philosophischen Sinn, das subjektive Selbstbewusstsein als Vermittlung von Bewusstsein und Selbstbewusstsein. Die Vernunft erkennt gemäss Hegel die Wahrheit, also die Idee, und ist damit die Vermittlung von Subjekt und Objekt. Vernünftiges Denken ist ein kreativer Prozess. |
Verstand |
Der Verstand ist die menschliche Fähigkeit, zu verstehen, d.h. auch abstrakt zu denken, beispielsweise über das Sein oder über abstrakte Beziehungen. Im Gegensatz zur Vernunft ist der Verstand nicht wissenschaftlich-systematisch im philosophischen Sinn. |
Wahrheit |
Das Wissen der – subjektiven – Vernunft über sich selbst als Objekt, also die Idee. |
Wahrnehmung |
Die Wahrnehmung bezeichnet den Prozess zwischen dem subjektiven Weltbild und der objektiven Welt. Die Wahrnehmung unterliegt physiologischen und individuellen psychischen Schranken. In der Erkenntnistheorie erhält die Auseinandersetzung mit den logischen Wahrnehmungsphänomenen einen wissenschaftlichen Boden. |
Wesen |
Das Wesen ist bestimmtes Dasein, das sich gegen jedes andere Wesen abgrenzt. |
Wirklichkeit |
Die Wirklichkeit ist die Einheit des Wesens unter der Existenz, also die Substanz. |
Wissenschaft |
Wissenschaft ist systematisch durchdachtes Wissen. Darum ist "ein Grundsatz oder Prinzip der Philosophie, wenn er wahr ist, schon darum auch falsch, insofern er nur als Grundsatz oder Prinzip ist." (III 27) |
Die Quellenangaben beziehen sich auf Gesamtausgabe der Werke G.W.F. Hegels in 20 Bänden, Surkamp Verlag Frankfurt am Main 1969.